Tamtron Schweden – Ein Vorreiter im mobilen Wägen

Tamtron ist weltweit aktiv und verfügt über eigene Landesgesellschaften in acht Ländern. Jede dieser Einheiten bringt ihr spezifisches Know-how und ihre eigene Dynamik in die Unternehmensgruppe ein. In diesem Beitrag richten wir den Fokus auf Schweden: Wir haben mit dem Geschäftsführer von Tamtron AB, Thomas Larsson, über die Erfolgsgeschichte und die digitale Transformation auf dem schwedischen Markt gesprochen.

„Tamtron Schweden blickt auf eine traditionsreiche Geschichte im mobilen Wägen zurück und besetzt historisch eine extrem starke Marktposition im Bereich der Radladerwaagen. Genau das ist unser Fundament“, erklärt Larsson, der 2014 die operative Leitung der schwedischen Tochtergesellschaft übernahm.

Die Erfolgsgeschichte von Tamtron Schweden begann vor über drei Jahrzehnten: Im Jahr 1989 gründete Acke Kandeman das Unternehmen Bygginvest. Bereits 1992 wurde Bygginvest offizieller Distributor von Tamtron und führte die ersten mobilen Radladerwaagen auf dem schwedischen Markt ein. Nach der Umfirmierung in Vågab im Jahr 1999 folgte 2005 die vollständige Übernahme und Integration in die weltweite Tamtron-Gruppe.

„Im Jahr 1995 haben wir die erste eichfähige Radladerwaage in Schweden erfolgreich im Markt etabliert. Heute hält Tamtron einen Marktanteil von 40 bis 60 % im gesamten schwedischen Radlader-Segment“, betont Larsson und fügt hinzu: „Parallel dazu besitzen wir eine tiefgehende Expertise im Bereich forstwirtschaftlicher Bordwägesysteme. Mit der Übernahme eines spezialisierten Entwicklers im Jahr 2010 sicherten wir uns die Loadmaster-Holzwaage – den technologischen Vorläufer unserer heutigen intelligenten Systemarchitektur Tamtron One Timber.“

Lösungen für die Kreislaufwirtschaft und Schwerindustrie

Die Abfallwirtschaft und die industrielle Produktion durchlaufen global einen fundamentalen Strukturwandel – Schweden übernimmt hierbei eine technologische Vorreiterrolle. In den vergangenen Jahren hat Tamtron Schweden sein Produktportfolio gezielt für Entsorgungsfahrzeuge und hochbelastbare Lkw-Fahrzeugwaagen erweitert und strategisch verstärkt.

„In Schweden agieren wir nach einer strikten Abfallhierarchie: Die Vermeidung von Abfall steht an erster Stelle, gefolgt von der Wiederverwendung, dem stofflichen Recycling und der energetischen Verwertung durch thermische Prozesse. Erst wenn kein anderes Verfahren greift, folgt die Deponierung. Ab der Stufe der Wiederverwendung etabliert sich ein hochdynamischer B2B-Marktplatz, der auf präzisen Messungen basiert. Das Wägen ist verfahrenstechnisch der effizienteste Weg, um Stoffströme lückenlos zu überwachen und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten – und unsere Kunden setzen diesen Standard konsequent um“, erläutert Larsson.

„In der Schwerindustrie und Logistik sichert uns das Motus-System einen erheblichen Marktvorteil. Diese Technologie transformiert Standard-Lkw-Waagen in vollautomatische, dynamische Wägesysteme: Jede Radachse wird präzise während der Überfahrt gewogen, ohne dass das Fahrzeug anhalten muss. In Kombination mit unserer modernen Wägesoftware One Scalex sind wir in Schweden hervorragend aufgestellt. Während das Motus-System als spezialisierte High-End-Option für komplexe Anforderungen fungiert, bildet One Scalex die universelle, prozessoptimierte Mainstream-Lösung.“

„Der schwedische Markt ist extrem fokussiert auf maximale Prozesseffizienz und die Reduzierung von personellen Arbeitsstunden. Automatisierung ist hier der Standard. Unsere Kunden fordern cloudbasierte Dienste und smarte Fernlösungen. Dabei steht nicht der reine Anschaffungspreis im Vordergrund, sondern die langfristige Wirtschaftlichkeit (Total Cost of Ownership). Anwender schätzen unser Premium-Angebot: robuste, metrologisch präzise Industriewaagen kombiniert mit zukunftssicheren Cloud-Services.“

Die Herausforderungen der Kunden nachhaltig lösen

Larsson ist fest davon überzeugt, dass diese konsequente Kundenzentrierung auch künftig das Fundament für den Erfolg von Tamtron bilden wird.

„Die größte Stärke von Tamtron ist der unbedingte Fokus des gesamten Teams auf die Lösung spezifischer Kundenprobleme. Wir kooperieren engmaschig über Abteilungen hinweg, um Projekte agil voranzutreiben. Heute besitzen wir sowohl die technologische Infrastruktur als auch das tiefe verfahrenstechnische Verständnis, um Systeme zu projektieren, die die Workflows der Anwender perfekt unterstützen. Aktuell strukturieren wir unsere lokale Support- und Serviceabteilung strategisch neu. Das Ziel ist der Auf- und Ausbau maßgeschneiderter interner Schulungsprogramme sowie praxisnaher Vor-Ort-Trainings, um unsere Kunden optimal zu begleiten“, führt er weiter aus.

Die Zukunft des Wägens basiert auf Datenströmen

Für die kommenden Jahre hat der Geschäftsführer eine klare digitale Vision: „Der entscheidende Mehrwert der Zukunft liegt in der intelligenten Datenanreicherung. Wir erfassen prozessrelevante, massenbasierte Informationen und werden unser Portfolio im Bereich der digitalen Informationsdienste massiv ausbauen. Denkbar ist der strukturierte Transfer von Logistikdaten und Big Data im kommunalen Sektor. Gemeinden könnten zukünftig Abfallbehälter mit intelligenter Sensorik ausstatten, die automatisiert Tage vor der Überfüllung eine Leerung anfordern.“

„Ein weiterer wichtiger Schritt wäre die flächendeckende Integration dynamischer Lkw-Waagen im staatlichen Straßennetz. In Kooperation mit den Verkehrsbehörden könnten automatische Wägesysteme im Abstand von einhundert Kilometern auf den Nationalstraßen installiert werden. Verknüpft mit digitalen Kontrollpunkten ließe sich die Einhaltung der zulässigen Gesamtgewichte effizient und ohne Verkehrsbehinderungen überwachen. Die technologische Infrastruktur hierfür stellen wir bereits heute bereit.“

Auch im Bereich autonomer Arbeitsmaschinen sieht Larsson das nächste große Wachstumssegment: „In modernen Minenbetrieben steuern Bediener bereits heute halbautomatische Großmaschinen aus zentralen Leitständen. Die eigentliche technologische Herausforderung liegt jedoch in der vollständigen Autonomie. Vollautomatische Systeme müssen in der Lage sein, sich selbstständig zu positionieren und dem ERP-System in Echtzeit zu melden, wann welcher Ladevorgang mit welchem Material exakt abgeschlossen wurde.“

„Kurzum: Fundiertes wägetechnisches und digitales Wissen ist das, was wir intensiv fördern. Ich ermutige unsere Partner im B2B-Sektor ausdrücklich, diese Expertise von Anfang an für ihre Prozesse zu nutzen – wir sind als verlässlicher Partner an ihrer Seite“, schließt Larsson.

„Das Beste bei Tamtron ist, dass wir alle sehr darauf fokussiert sind, das Problem des Kunden zu lösen. Wir arbeiten zusammen, um voranzukommen, und alle unsere Mitarbeiter sorgen dafür, dass der Kunde zufrieden ist. Heute haben wir die Technik und das Verständnis, wie wir Systeme einrichten können, die die Abläufe der Kunden unterstützen.“
— Thomas Larsson, Geschäftsführer von Tamtron AB

Faktenbox: Fünf Fakten über Tamtron Schweden

  • Historischer Standort: Tamtron Schweden hat seinen Hauptsitz bis heute in der Gründungsstadt Karlstad.
  • Schwerlast-Segment: Die erste schwere Lkw-Fahrzeugwaage von Tamtron wurde im Jahr 2013 erfolgreich in Schweden installiert.
  • Bergbau-Standard: Seit 2009 ist das WNexus-Datenbanksystem als verlässlicher Standard in den skandinavischen Bergbaugebieten etabliert.
  • Hohe Installationsdichte: Jährlich werden auf dem schwedischen Markt zwischen 100 und 150 neue industrielle Waagensysteme fachgerecht montiert und in Betrieb genommen.
  • Digitale Vernetzung: Aktuell sind bereits über 750 operativ aktive Waagen direkt mit der digitalen WNexus-Plattform verbunden.
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